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(translation to follow)

Da die Englischsprachkenntnisse der Kinder vor der Einschulung an der NMS überprüft werden, erhält jedes Kind entweder den Status „Muttersprache Englisch“ oder „Partnersprache Englisch“ und damit den jeweils gegenteiligen Status für Deutsch. D. h. ein Kind, das z.B. muttersprachliche Kenntnisse in Englisch besitzt, wird automatisch dem „Deutsch Partnersprachenunterricht“ zugeordnet. Da viele Kinder aus dem Ausland zu uns kommen und/oder in zweisprachigen Familien aufwachsen, sind die Sprachkenntnisse der Kinder speziell im „Deutsch Partnersprachenunterricht“ sehr heterogen. Hat ein Kind bislang keine oder nur schwache mündliche Deutschkenntnisse, nimmt es zwar soweit wie möglich am „Deutsch Partnersprachenunterricht“ teil, bekommt aber zusätzlichen Unterricht als „Deutsch Seiteneinsteiger“ und ist für bis zu zwei Jahre von der Benotung in Deutsch befreit.

Die unterschiedlichen Sprachkenntnisse und Lernvoraussetzungen der Kinder im Mutter- und besonders im Partnersprachenunterricht bedürfen z.T. starker Differenzierungsmaßnahmen, die durch handlungsorientierte und offenere Unterrichtsmethoden (z.B. Tages- oder Wochenpläne) umgesetzt werden. Soweit wie möglich soll jedes Kind individuell gefördert werden und zunehmend lernen, mehr Selbstständigkeit zu erlangen und Verantwortung für das eigene Lernen zu übernehmen. Die Ausbildung von methodischen und sozialen Kompetenzen ist dabei im Deutschunterricht genauso selbstverständlich und wichtig wie in allen anderen Fächern.

Der Deutschunterricht an der Nelson-Mandela-Schule folgt generell dem Berliner Rahmenlehrplan Grundschule Deutsch. Kinder mit der Muttersprache Deutsch beginnen mit der Alphabetisierung auf Deutsch. Die Deutsch-Partnersprachenkinder (somit Englisch-Muttersprache) beginnen in der Regel in der 3. Klasse mit dem Schreiben und Lesen in der deutschen Sprache, da eine fundierte Alphabetisierung in ihrer Muttersprache vorhanden sein muss. Am Ende der 3. Klasse ist der Schriftspracherwerb bei vielen Kindern auch in der Partnersprache erreicht.

In den Klassenstufen 1-4 wird hauptsächlich mit dem Lehrwerk „Konfetti“ und in der Klassenstufe 5/6 bislang mit dem Lehrwerk „Praxis Sprache“ gearbeitet. Auf allen Klassenstufen wird das Unterrichtsangebot durch unterschiedliche andere Materialien ergänzt. U.a. bereichern computerbasierte Lern- und Diagnoseprogramme wie z.B. „Antolin“ im Bereich LESEN und „online Diagnose Westermann“ im Bereich LESEN, GRAMMATIK und RECHTSCHREIBUNG das Lernangebot. Weitere Online-Programme wie z.B. „Scoyo“ befinden sich derzeit in der Erprobung in einigen Klassen.

Soweit wie möglich wird fächerübergreifendes Lernen angestrebt, d.h. die Themen der Sachfächer finden sich häufig auch im Deutschunterricht wieder. Dies ist besonders in den unteren Grundschulklassen möglich, da dort überwiegend projektorientiert gearbeitet wird. In den oberen Klassen ergeben sich die Themen zunehmend mehr aus den Unterrichtsinhalten des Deutschunterrichts (z.B. Thema: Märchen, Sagen, Balladen o.Ä.).

Der Bereich LESEN hat bei uns eine ganz besondere Stellung. In Klasse 1-6 werden Lesemotivation und Lesefertigkeiten durch die Auswahl und Behandlung verschiedener Textsorten, wie z.B. Sachtexte, Erzählungen, Sagen, Fabeln, Märchen, Schwänke, Gedichte und Romane gefördert. Das Leseangebot reicht stets von Bilderbüchern über Zeitschriften bis hin zu Lektüren. Zum einen werden Klassenlektüren gemeinsam bearbeitet und zum anderen werden die Kinder angeleitet, sich ein angemessenes Buch zum individuellen Lesen und eventuell späteren Buchvortrag auszuwählen. Regelmäßige Besuche der (Stadt-) Bücherei werden angestrebt.

Ein jährliches „Highlight“ ist in dieser Hinsicht auch unser „Vorlesemorgen“ in der Vorweihnachtszeit. An diesem Morgen lesen alle Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule aus einem ihrer Lieblingsbücher vor. Die Kinder können sich dazu im Vorfeld für zwei „Vorlesungen“ entscheiden. Dies führt dazu, dass alle Kinder der NMS von Klasse 1-6 gemischt, d.h. nicht nach ihrer Klasse oder Klassenstufe sortiert, in kleinen Gruppen einer Geschichte lauschen und diese besprechen. Dies ist für die Kleinen wie auch die Großen ein besonderes Erlebnis.

Außerdem werden „Lesepatenschaften“ zwischen den Kleinen und Großen gefördert, wofür eine Flex-Klasse einer 5. oder 6. Klasse zugeordnet wird, die sich im Laufe eines Schuljahr hin und wieder besuchen, eventuell gemeinsame Aktivitäten unternehmen und vor allem sich gegenseitig vorlesen.

Natürlich nimmt unsere Schule auch am jährlichen, bundesweiten Lesewettbewerb der 6. Klassen teil, worauf sich viele der Sechstklässler jedes Jahr freuen.

Leistungsschwächere Kinder werden derzeit im Deutsch-Förderunterricht zusätzlich zum Unterrichtsangebot in temporären Kleingruppen ein- bis zweimal pro Woche während der Mittagszeit gefördert. Da die Rechtschreibung bei vielen zweisprachigen Kindern eine besondere Herausforderung darstellt, testen alle Deutschlehrer und –lehrerinnen die Deutsch-Muttersprachenkinder in Klasse 1-6 regelmäßig mit der Hamburger Rechtschreibprobe (HSP), um rechtzeitig eine besondere Förderung für Lese-Rechtschreibschwache Kinder zu beginnen. Diese Förderung soll im Schuljahr 2013/14 beginnen und – soweit möglich – während des Deutschunterrichts in klassenübergreifenden Lerngruppen stattfinden.

Der Übergang von Klasse 6 zu Klasse 7 an der Nelson-Mandela-Schule soll im Bereich des Deutschunterrichts künftig noch besser vorbereitet werden, da ein Konzept mit Minimalanforderungen (wie auch im Mathematik-Fachbereich) erarbeitet wird.

19.08.2017 Nelson-Mandela-Schule · Staatliche Internationale Schule Berlin | Nelson Mandela School · State International School Berlin